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Opferhilfe Hamburg - Hintergründe

Wer kommt zu uns?

Im Jahr 2011 suchten insgesamt 740 Ratsuchende erstmals bei uns Rat und Unterstützung, davon waren 72 % Frauen und 28 % Männer. Bei den direkt betroffenen Opfern waren 388 weiblich und 117 (24 %) männlich. Hier ist der Anteil der Frauen etwas höher. Opfer machen 67 % der Ratsuchenden aus. 2011 hat sich der Anteil männlicher Opfer gegenüber den Vorjahren stark erhöht. Das hängt insbesondere mit der Missbrauchsdiskussion zusammen (siehe Delikte).

Angehörige von Gewaltopfern stellen 17 % aller Ratsuchenden. In dieser Gruppe sind Männer überproportional vertreten.

In 14 % der Fälle fragt eine Institution für Betroffene an bzw. MitarbeiterInnen anderer Institutionen suchen Rat und Unterstützung für sich im Umgang mit gewaltbetroffenen Menschen.

Zeugen stellen mit acht Anfragen eine sehr kleine Gruppe dar. Das hat sicher auch seinen Grund in der hochwertigen Zeugenbetreuung an den Amtsgerichten bzw. am Landgericht. TäterInnen werden von uns direkt an spezielle Beratungsstellen verwiesen.

Alter

Hauptaltersgruppen sind die 22 - 50jährigen. Der Anteil junger Leute bis zu 20 Jahren ist in den letzten Jahren gesunken. Wir verweisen die meisten Ratsuchenden, die nicht zu unserer Zielgruppe gehören, verstärkt an Beratungsstellen, die nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) gefördert werden.

Die Gruppe der über 60jährigen ist in der Beratungsstelle nur gering vertreten.

Die Altersstruktur unserer Klientel entspricht ungefähr der für Gewaltopfer in der polizeilichen Kriminalstatistik.

Migrationshintergrund

Seit 2010 erfragten wir die ethnische Herkunft. 22 % unserer Ratsuchenden des Jahres 2011 haben einen Migrationshintergrund. Das entspricht in etwa der Verteilung in der Hamburger Bevölkerung.

Angaben in Prozent

Zugangswege

Auch 2011 fanden die Ratsuchenden wieder auf sehr vielfältige Art und Weise in die Beratungsstelle.

Hauptzugangsweg ist wie im Vorjahr mit großem Abstand das Internet. Nachdem in den Vorjahren rasante Steigerungsraten zu verzeichnen waren, stabilisieren sich jetzt die Zahlen auf hohem Niveau. Mittlerweile findet jeder dritte Ratsuchende so zu uns. Unser umfangreicher Internetauftritt informiert detailliert und umfassend über unser Angebot und das dahinter stehende Beratungskonzept. Bei der Recherche im Internet über Suchmaschinen findet sich unser Eintrag stets unter den ersten Treffern.

Knapp jeder vierte Ratsuchende erhielt Hinweise auf die Opferhilfe durch Beratungsstellen in freier oder staatlicher Trägerschaft.

Die Verweise durch die Polizei liegen bei 6 %. Bei dieser Zahl ist jedoch zu beachten, dass weit weniger als die Hälfte unserer Ratsuchenden Anzeige erstattet und damit Kontakt zur Polizei hatte. Bezogen auf die Ratsuchenden, die angezeigt haben, beträgt der Anteil der Verweise durch die Polizei etwa 16 %.

Jeder neunte Ratsuchende kam durch Mundpropaganda zu uns. Häufig verbergen sich dahinter ehemalige Ratsuchende, die uns weiterempfehlen, was wir als Erfolg unserer Arbeit werten.

Die Verweisungen aus dem Gesundheitswesen sind mit 14 % stark gestiegen. Wir führen dies auf unser Engagement im Rahmen des SiLiA-Projektes zurück.

Die breite Streuung der Zugangswege zeigt, dass es uns gelungen ist, die Opferhilfe-Beratungsstelle auf vielfältigste Art und Weise bekannt zu machen.

Zeit zwischen Tat und Anmeldung

Knapp die Hälfte (44 %) der Ratsuchenden sehen wir innerhalb eines Monats nach der Tat. Weitere 13 % melden sich in den nächsten sechs Monaten. Das ist der Bereich der Akutbetroffenen. Bei mehr als einem Viertel der Ratsuchenden liegt die Tat schon zehn Jahre oder länger zurück. Hierbei handelt es sich fast immer um sexuellen Missbrauch oder Misshandlungen in der Kindheit oder Jugend, die die jetzt erwachsenen Ratsuchenden erlitten haben.

Eine kleine Gruppe (16 %) von Ratsuchenden ist im Zeitraum von einem halben Jahr bis hinzu zehn Jahren Opfer geworden. In der ersten Gruppe der Akutbetroffenen, steht die Tat und ihre Folgen sehr im Vordergrund. Oft ist Krisenintervention notwendig. Aber auch wenn die Tat schon länger zurückliegt als in den anderen beiden Gruppen, ist meist eine krisenhafte Zuspitzung der Lebenssituation Anlass, in die Beratung zu kommen.

Delikte

Die mit Abstand zahlenmäßig größte Gruppe ist der Deliktbereich sexueller Missbrauch (177 Ratsuchende). Jede vierte Frau und jeder vierte Mann sucht deswegen die Beratungsstelle auf.

Dieser Deliktbereich ist auf hohem Niveau stabil geblieben. Ursache dafür ist sicher die intensive öffentliche Diskussion über Missbrauchsfälle in kirchlichen und staatlichen Institutionen in den 50er und 60er Jahren und die aktuelle Aufdeckung von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich.

So melden sich bei uns verstärkt Männer der Altersgruppe 45 - 55 Jahre, die in kirchlichen oder öffentlichen Erziehungseinrichtungen Opfer von Missbrauch oder Misshandlungen geworden sind. Viele von ihnen haben das erste Mal über ihre Leiden gesprochen.

Die intensive öffentliche Diskussion wirkte auf andere Betroffene in vielen Fällen als Trigger, sodass sie zunehmend instabil wurden und sich bei uns in einer Krise meldeten.

Unser sehr therapeutisch orientiertes Angebot, unser hohes Fachwissen z. B. auch für den Umgang mit komplex traumatisierten Menschen und das in Hamburg kaum vorhandene Angebot für männliche Opfer sexualisierter Gewalt macht unser Beratungsangebot für Betroffene sehr attraktiv.

Die über lange Jahre größte Gruppe, der Deliktbereich Gewalt in Ehe und Partnerschaft, ist seit vielen Jahren der Beratungsschwerpunkt der Opferhilfe.

Die Fallzahlen sind in diesem Deliktbereich gegenüber 2009 um 25 % gesunken. Gründe dafür könnten die niedrigen Verweisungen der Interventionsstelle und der Hotline sein. Darüber hinaus ist das Thema häusliche Gewalt in der öffentlichen Wahrnehmung durch die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch in den Hintergrund gedrängt worden. Von den 128 Opfern häuslicher Gewalt lebten fünf in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

Auf hohem Niveau konstant geblieben sind die Fallzahlen im Bereich der Bedrohungsdelikte (Bedrohung, Nötigung, Erpressung, Belästigung, Beleidigung, Stalking) bei 113 Fälle. Es handelt sich oft um Beziehungstaten, die in Zusammenhang mit früheren Partnerschaften/ Ehen stehen. Daher sind häufig Ex-Partner die Täter.

Durch die Einführung des Straftatbestandes der "Nachstellung" (§ 238 StGB) im Jahr 2007 hat sich die rechtliche Situation von Stalking-Opfern entscheidend verbessert. Verbargen sich hinter Stalking doch oft strafrechtlich kaum relevante Tatbestände wie Sachbeschädigung, Beleidigung oder Belästigung. Auch der Polizei waren in vielen Fällen die Hände gebunden und sie konnte nicht einschreiten. Nicht zuletzt die breite Diskussion in der Öffentlichkeit über dieses neue Gesetz beeinflusst die Beratungszahlen.

Bei Körperverletzungen und Raub sind überproportional männliche Opfer vertreten. Der Anteil der Fremdtäter ist sehr hoch.

Die Zahl der Tötungsdelikte hat sich weiter erhöht. Sie ist zwar insgesamt zahlenmäßig nicht so groß (33 Ratsuchende), jedoch ist bei diesen Fällen oft eine intensive Betreuung notwendig, die im Rahmen des durch Zuwendung finanzierten Bereichs gar nicht geleistet werden kann.

Eigentumsdelikte spielen eine immer geringere Rolle (insgesamt 18 Fälle).

Bekanntheitsgrad des Täters und Täter-Opfer-Beziehung

In 80 % der Fälle konnte der Täter ermittelt werden bzw. war bekannt. Überwiegend handelt es sich um Beziehungstaten. Nur in 21 % der Fälle war der Täter ein Fremder. Diese Zusammensetzung erklärt sich zum einen aus unseren Beratungsschwerpunkten sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt und Bedrohungsdelikte und zum anderen daraus, dass Gewalttaten sich in der Regel zwischen Menschen ereignen, die einander kennen.

Tätergeschlecht

Dieses Merkmal wurde erstmals erfasst. Die Mehrheit der Täter sind männlich (83 %). Bei den männlichen Opfern liegt der Anteil von Täterinnen deutlich höher (16 %) als bei den weiblichen Opfern (6 %).

Anzeigenerstattung

Nur 41 % der Ratsuchenden, von denen uns Angaben vorlagen, hatten die Tat angezeigt. Auch wir können den in der Literatur oft angeführten Zusammenhang zur Täterbeziehung bestätigen: Je enger die Beziehung zwischen Täter und Opfer ist, desto geringer ist die Anzeigenbereitschaft des Opfers. Menschen, die zu uns kommen, sind eher dem statistischen Dunkelfeld zuzurechnen. Sie scheuen den Kontakt zu Polizei oder Justiz, weil sie von dort keine Lösung ihrer Konflikte erwarten.

Anzahl der Beratungsgespräche

Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 1622 Beratungsgespräche geführt, davon 764 am Telefon und 32 via Internet. Damit wurden die Vorjahreszahlen deutlich verfehlt. Ursache hierfür war die langfristige Erkrankung einer Mitarbeiterin und ein daraus resultierendes reduziertes Beratungsangebot.

Die ständig steigende Anzahl der Ratsuchenden und die wachsende Zahl der Beratungskontakte trifft leider auf eine stagnierende personelle Ausstattung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Setting

Die allermeisten Gespräche finden als Einzelgespräche statt (89 %). Bei 48 Ratsuchenden (6 %) wurde eine Begleitperson mit einbezogen, in 24 Fällen (3 %) fanden die Beratungen als Paargespräch statt.

Weitervermittlung

In 37 % aller Fälle gab es eine Weitervermittlung. Entweder ging es darum, Ratsuchende an die entsprechend richtige Einrichtung weiterzuverweisen, z. B. an niedergelassene PsychotherapeutInnen oder stationäre Einrichtungen, oder unsere Beratung durch andere Einrichtungen/ Institutionen zu ergänzen, z. B. durch Rechtsanwälte oder Psychiater. Weiterverweisungen haben also eine Lotsenfunktion, dienen der sinnvollen Ergänzung unserer Beratungsarbeit oder stellen den sinnvollen Abschluss einer bzw. den Anschluss an eine Beratung oder Stabilisierung von Ratsuchenden dar.




Hintergründe:
Politische Forderungen
Gewaltschutzgesetz
Wer kommt zu uns
Psychologische Hilfe für Unfallopfer
Aktuelle Standards der Traumabehandlung
Weiterentwicklung des Beratungskonzeptes

Rückblick:
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