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Opferhilfe Hamburg - Hintergründe

Psychologische Hilfe für Unfallopfer

Bisher war die Opferhilfe Beratungsstelle ausschließlich eine Anlaufstelle für Gewaltopfer. In letzter Zeit war zu beobachten, dass sich traumatisierte Unfallopfer bei uns meldeten. Leider mussten wir sie abweisen, obwohl wir es - vom fachlichen Standpunkt aus - für dringend erforderlich halten, dass Unfallopfer in Hamburg ambulante psychosoziale Hilfe bzw. psychotherapeutische Hilfe finden können.

Unter traumatisierenden Unfällen verstehen wir:

Schwere Haushaltsunfälle z. B. Wohnungsbrände

Unfälle im Straßenverkehr

Unfälle in öffentlichen Verkehrsmitteln

Schwere Freizeitunfälle

Naturkatastrophen


Mit finanzieller Drittmittelförderung ist die Opferhilfe Beratungsstelle derzeit und für drei Jahre in der Lage, Menschen, die durch Unfälle traumatisiert wurden, psychologische Hilfe anzubieten.

Um ein konkretes Behandlungsangebot bereitzustellen, recherchierten wir zunächst den Stand der Forschung und die Veröffentlichungen zur Diagnostik und aktuellen Behandlungsmethoden.

Insbesondere interessierten uns folgende Themen:

Psychotraumatische Folgen und psychosomatische Probleme durch Unfälle

In den letzten Jahren wurden mehrere wissenschaftliche Studien über die psychischen Folgen von Unfällen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen signifikant, dass viele Menschen nach schweren Unfällen neben den körperlichen Verletzungen in einem erheblichen Maß an psychischen Folgen wie z. B. Angststörungen, Depressionen, psychosomatischen Symptomen und Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden (U. Schnyder und H. Mörgeli, 2001).

Gut ein Viertel der traumatisierten Unfallopfer entwickeln das Vollbild einer Posttraumatischen Belastungsstörung, ca. 40 % Teilsymptomatiken (H. Winter, 1996).

Die Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung haben häufig die Tendenz, zu chronifizieren. Gezielte, zeitnahe psychologische Interventionen können einer dauerhaften Erkrankung präventiv entgegenwirken. Lang andauernde, chronifizierte Krankheitsverläufe beinhalten die Gefahr anhaltender Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Erwerbsunfähigkeit. Daher stellen sie einen erhöhten Kostenaufwand für das Gesundheits- und Sozialsystem dar.

Des Weiteren wird eine hohe Wechselwirkung zwischen dem körperlichen Heilungsprozess und psychischen Beschwerden beobachtet. Der körperliche Heilungsprozess scheint durch starke psychische Beschwerden verzögert bzw. negativ beeinflusst zu sein. Genauso wird die psychische Verfassung nach einem traumatischen Unfall unter Umständen durch somatische Beschwerden belastet (G. Flatten, 2002).

Anzahl der Unfallopfer in Hamburg

Diese Frage ließ sich nicht genau beantworten. Die Zahl der Unfälle in Haushalten und beim Sport konnten wir nicht ermitteln. Lediglich über Straßenverkehrsunfälle gibt es eine genauere Statistik. Im Jahr 2006 wurden bei Verkehrsunfällen in Hamburg 10.425 Menschen verletzt und 28 Menschen getötet.

Welche Beratungs- und Behandlungsangebote gibt es in Hamburg?

Unsere Recherche der Versorgungssituation in Hamburg ergab, dass es weder ein ambulantes niedrigschwelliges Beratungsangebot noch eine stationäre psychologisch-psychiatrische Regelversorgung gibt. Einzige Ausnahmen sind die psychologische Betreuung im Boberger Krankenhaus für Opfer von Arbeitsunfällen, die Verhaltenstherapeutische PTBS-Ambulanz im Universitätsklinikum Eppendorf und das Trainingsangebot für verunglückte Kinder von der Sportvereinigung der Polizei Hamburg e. V.

Beratungsansatz und Angebot der Opferhilfe-Beratungsstelle

Unser Beratungsansatz bei Unfallopfern ist zeitnah und ressourcenorientiert. Wir versuchen, in wenigen Terminen mit psychologischen Interventionen die Selbstheilungskräfte zu stärken, das Sicherheitsgefühl wieder aufzubauen und eine größtmögliche Stabilisierung zu erreichen. Wenn es im Rahmen unserer Kurzzeitbehandlung sinnvoll erscheint, führen wir auch Traumarekonstruktionen mit Hilfe von EMDR oder Imaginativen Verfahren durch.

Unser Angebot umfasst:

niedrigschwellige Telefonberatung

psychologische Krisenintervention mit dem Ziel der psychosozialen Stabilisierung

Psychotraumatologische Kurztherapie mit dem Ziel einer weitgehenden Verarbeitung des traumatischen Ereignisses.

Da wir eine Kriseneinrichtung mit kurzen Wartezeiten sind, haben wir die Chance, zeitnah zum traumatisierenden Unfall mit gezielter psychologischer Intervention präventiv chronischen Krankheitsentwicklungen vorzubeugen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Behandlung von Gewalt- bzw. Unfallopfern

Typische Anliegen, mit denen Unfallopfer zu uns kommen, sind:

ständige Gedanken an den Unfall

wiederholt auftretende Erinnerungsbilder

Angst

Vermeidungsverhalten

bleibende körperliche Behinderungen

Tod von Angehörigen

Schuldgefühle

Unfallopfer scheinen das traumatische Ereignis häufig besser verarbeiten zu können als Gewaltopfer. Bei Unfällen gibt es in der Regel keine aggressive Absicht des Verursachers. Das heißt, es gibt keinen Täter, der dem Unfallopfer gezielt Schaden zugefügt hat. Dennoch entstehen oft das Gefühl von Ungerechtigkeit und der Wunsch nach Entschädigung. Dies zeigt sich mitunter in zähen juristischen Streitigkeiten um Versicherungs- oder Rentenansprüche.




Hintergründe:
Politische Forderungen
Gewaltschutzgesetz
Wer kommt zu uns
Psychologische Hilfe für Unfallopfer
Aktuelle Standards der Traumabehandlung
Weiterentwicklung des Beratungskonzeptes

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